Offener Brief:

CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther soll sich zu „Queerer Bildung“ positionieren

Daniel Günther erklärt in einem Interview, um das Aufklärungsmaterial für Grundschulen habe es “keine harten Auseinandersetzungen“ gegeben (Foto: picture alliance)

Aumühle, 26. Januar 2017    In einem aktuellen Interview mit dem Online-Portal „queer.de“ erklärt CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther, dass es „keine harten Auseinandersetzungen“ um das Unterrichtsmaterial gegeben habe, mit dem Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) bei Grundschulkindern „Vorbehalte gegen Lesben, Schwule und Transsexuelle abbauen“ wollte. Tatsächlich hat seine eigene Fraktion allein vier Kleine Anfragen, zwei Berichtsanträge und einen Antrag auf Rückforderung der Vergütung für das als „Methodenschatz“ bekannt gewordene Unterrichtsmaterial gestellt. Darüber hinaus hat die CDU den „Methodenschatz“ in vier Sitzungen des Bildungsausschusses und in einer Sozialausschuss-Sitzung behandeln lassen. Auch die FDP-Fraktion hat wegen dieses Unterrichtsmaterials eine Kleine Anfrage gestellt, sowie eine Haushaltsanfrage und einen Änderungsantrag zum Landeshaushalt.

Angesichts dieser parlamentarischen Auseinandersetzungen, die um den „Methodenschatz“ geführt wurden, fordert der Verein „echte Toleranz e.V.“ in einem Offenen Brief Günther dazu auf, den Widerstand, den es gegen das Unterrichtsmaterial gegeben hat, künftig nicht mehr in öffentlichen Stellungnahmen zu marginailisieren.

Ferner fordert der Vorstand des Vereins, Peter Rohling, von CDU-Spitzenkandidat Günther und seiner Fraktion, sich zu „Queerer Bildung“ zu positionieren, die in Schleswig-Holstein von den Vereinen „Haki e.V.“ und „lambda::nord e.V.“ durchgeführt wird. Denn laut einem Rechtsgutachten des Hamburger Staatsrechtlers Professor Dr. Christian Winterhoff verstößt diese Art Sexualerziehung an öffentlichen Schulen gegen das Grundgesetz sowie gegen das schleswig-holsteinische Schulgesetz, wenn sie auf die „Akzeptanz“ sexueller Vielfalt gerichtet ist.

CDU-Landeschef Günther, der erstmals am 06.09.2016 auf das Winterhoff-Gutachten aufmerksam gemacht wurde, hat sich bis heute dazu nicht geäußert. Ob er die "Schlau-Workshops" der Vereine "Haki e.V." und "Lambada::Nord e.V." mit dem Grundgesetz und dem schleswig-holsteinischen Schulgesetz für vereinbar hält oder nicht, ist damit völlig offen. Angesichts der am 7. Mai anstehenden Landtagswahl wird die Beantwortung dieser Frage gleichzeitig immer drängender, zumindest für all jene Wähler, die schulpflichtige Kinder haben.

Zum Wortlaut des Offenen Briefes

 

Hinweis: Sie können diesen Artikel via DISQUS kommentieren. Bitte beachten Sie dabei unsere Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen sowie unsere Netiquette. Vielen Dank.

comments powered by Disqus

Zurück